Die Stellung der Frau in Europa

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Die Stellung der Frau in Europa

Sieht man von den griechischen Mythen um die Amazonen und den französischen um Jeanne d'Arc einmal ab, so haben in der europäischen Geschichte bis zum 19. Jahrhundert vor allem drei Frauen eine bedeutende Rolle in Politik und Öffentlichkeit wahrnehmen können: die englische Königin Elisabeth I., die russische Zarin Katharina II. ("die Große") und die österreichische Erzherzogin, ungarische Königin und römische Kaiserin Maria Theresia.
Die Wurzeln des Feminismus, der Bewegung mit dem Ziel etwas an diesem "falschen System" (Mary Wollstonecraft) zu verändern und Frauen auf breiterer Basis zu Macht und Einfluß in Berufsleben, Gesellschaft und Politik zu verhelfen, liegen im England des 19. Jahrhunderts.

Aber es dauerte mehr als 100 Jahre von den Forderungen eines John Stuart Mill ("Die Hörigkeit der Frau", 1869) bis zur Durchsetzung des Frauenwahlrechts in ganz Europa (zuletzt: Liechtenstein 1984). Seither haben mehr und mehr Frauen Einzug in alle europäischen Parlamente und Regierungen gefunden, wenn sie auch kaum entsprechend ihres Anteils an der Bevölkerung dort vertreten sind. Wie in der Politik gilt auch für den Wirtschaftssektor, dass Frauen in Führungspositionen nahezu überall in Europa unterrepräsentiert sind. Allerdings schaffen die Rahmenbedingungen der jeweiligen nationalen Gesetzgebung unterschiedliche Voraussetzungen für weibliche Karriereerfolge.

Und gleichermaßen kann in vielen Ländern Europas beobachtet werden, dass mit der zunehmenden "Verweiblichung" eines Berufsstandes eine sinkende Entlohnung einhergeht, sofern nicht -wie z.B. in Skandinavien-bewusst politisch gegengesteuert wird. Hinsichtlich der rechtlichen Gleichstellung der Frau haben die europäischen Normsetzungen segensreich gewirkt und die EU-Kommission wie der europäische Gerichtshof haben hier weitestgehende Angleichungen durchgesetzt.

Auch in der Wissenschaft steigt der Frauenanteil, wenn auch nur langsam. In der Kunst mit Ausnahme der Musik verbreitert sich die Basis, denn die Anzahl der Frauen, die akademische Studien im künstlerischen Bereich betreiben, nimmt kontinuierlich zu. So lässt sich an der wachsenden Ausstellungsbeteiligung von Frauenablesen, dass auf diesem Sektor die männliche Dominanz absehbar gebrochen werden wird. In der darstellenden Kunst ist bereits ein Geschlechtergleichgewicht erreicht, und diese Aussage trifft auch für den Sektor der Medien zu.
Die fortbestehenden Unterschiede in der Verwirklichung beruflicher Zielsetzungen für Frauen in den Staaten Europas liegen in erster Linie in den nationalen Regelungsbedingungen für die Reproduktionsphase (Kinderbetreuung, Elternzeit, berufliche Sicherung, Einkommenssicherung) begründet.

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